Schon lange ist unser neuer Reisebegleiter gemietet. Heute geht es endlich los. Corona bescherte uns eine lange Vorbereitungsphase für diese Tour und so sollten wir eigentlich auf alles vorbereitet sein. Unsere geplanten Stationen entspringen, wie bei jeder unserer Touren, vieler Reiseberichte aus dem Internet. Diese haben wir im Winter voller Spannung gelesen. Bisher führten uns diese immer wieder an weniger bekannte Orte, die wunderschön sind. So entstand auch die Idee, euch an unserer Reise teilhaben zu lassen.
Die Anreise planten wir mit viel Landschaft, weniger Maut und dafür mehr Zeit. Die Route geht über München, Kufstein, Kitzbühl zur ersten Station Gailbergshöhe. Über den Plöckelpass geht es weiter durch Italien nach Undine bis nach Triest zur slovenischen Grenze. Auf den Weg nach Kroatien gibt es einen Weg, der neben der Autobahn verläuft. Wenn wir diesen finden, sparen wir uns die Maut für 7 km. In Kroatien ist unser nächstes Ziel nach der Grenze Prementura, der südlichste Ort Istriens.
Start war 03:30 Uhr. Ein kleines Malheur gab es gleich noch am frühen Morgen. Der Beifahrersitz ließ sich nicht verstellen. Ein unbemerkter Defekt bei der Übergabe. Auf der Autobahn hatten wir das Gefühl, dass diese auch mit im Mietvertrag war. Bis München war es so leer wie nur selten. In Rosenheim ging es dann runter und in Richtung Kufstein nach Österreich. An der Grenze haben wir nichts von Corona bemerkt. Keine Kontrollen und überhaupt, war es in Österreich alles wieder viel lockerer und entspannter. Unsere Reise ging an den Großglockner vorbei. Wir hatten immer wieder tolle Aussichten auf die majestätischen schneebedeckten Berge. Ohne Verzögerung ging es durch den Felbertauerntunnel.
Nach so langer Zeit endlich einmal wieder in Österreich, waren wir aufs neue von der Landschaft begeistert. Die herrlichen Holzhäuser, Bäche und Flüsse. Unsere Route führte uns immer an der Isel entlang, einem der schönsten Wildbäche Europas. Sie entspringt in 2.400 Metern Höhe dem Gletscher Umbalkees und besitzt eine Gesamtlänge von 57 Kilometern. Sie zählt zu den Top 3 Flüssen für Rafting in Europa. Durch den Transport großer Mengen an Gletscherschliff entsteht diese einmalige türkisgraue Farbe des Flusses.
Von Waidach ging es noch einmal eine kurvenreiche Strecke straff nach oben auf die Gailberghöhe. Hier fuhren wir nun unsere allererste Station mit dem Womi an. Fast alles hat, Dank des sehr netten Betreibers, auf Anhieb geklappt. Die Stromsäule mit 6 Steckdosen war schnell entdeckt. Aber wie sollte es anders sein, es wollte einfach kein Strom im Womi ankommen. Kein Problem. Vielleicht war ja die Kabeltrommel nicht in Ordnung und wir waren ja wohlbedacht mit 2 Kabeltrommeln ausgerüstet. Aber auch die zweite wollte nicht so richtig. Was nun? Versuchen wir einmal eine andere Steckdose. Es ist nicht zu glauben, tatsächlich nur ein Steckdosenproblem. Dazu muss aber erwähnt werden, der männliche Part von uns beiden hat ein ganz schlechtes Charisma auf alle Geräte elektrischer Art. Da passiert so etwas laufend. Auf dieser Reise wird interessenterhalber einmal Buch darüber geführt, wie oft uns so etwas passiert. Es ist einfach ein Phänomen.
Nachdem alles gefunden war, wurden erst einmal Tisch und Stühle platziert und dann hieß es innerlich ankommen. Bei einer kleinen Wanderung genossen wir den Blick auf die Karnischen und Gailtaler Alpen.
Die erste Nacht im Womi haben wir gut verbracht. Allerdings war es morgens ziemlich kalt und die nächste Überraschung ließ nicht lange auf sich warten. Heizung und Warmwasser standen nicht zur Verfügung. Wie sollte es auch anders sein, es lag eine Störung vor. Voigtlandmobil war auch nicht zu erreichen, aber zum Glück hatten wir einen Telefonjoker. Ganz lieben Dank nach Hermannsdorf. Gemeinsam konnten wir dieses Problem lösen. Gegen 9:30 Uhr ging es weiter den Plöckenpass hinauf. Oben angekommen war auch hier am Grenzübergang nach Italien keine Menschenseele. Jetzt auf der italienischen Seite den Plöckenpass wieder talwärts war schon eine kleine Herausforderung, aber nicht für den Fahrer der ja schon La Palma erprobt ist. Für die Beifahrerin aber schon. Irgendwie bremse ich gefühlsmäßig immer mit, nur ohne Wirkung. Ja die Italiener, alles irgendwie in Sardienenformat, dafür war es aber landschaftlich auf jeden Fall die bessere Route.
Natürlich wollten wir auch unsere Anwesenheit in Italien protokollieren. In Tolmezzo sollte uns unser Hobby an einen interessanten Ort führen. Laut GPS war dieser nur 500 m entfernt. Als wir am Einstieg ankamen wussten wir, es wird ein längerer Weg, denn diesen Berg mussten wir jetzt erklimmen. Kurz vor dem Ziel blieb "Eine" allerdings am Berg kleben. Zum Glück ist einer von uns beiden immer in der Lage, in so einer Situation, den Weg weiter zu verfolgen. Das ist schon eigenartig mit der Höhenangst, wie unterschiedlich diese bei jedem zum Vorschein tritt, aber es hat sich gelohnt. Der Turm ist Teil einer Anlage die 1477 von der Regierung errichtet wurde, um den Invasionen der Türken entgegenzuwirken. Die Struktur wurde 1479 fertiggestellt und war Teil des Verteidigungskomplexes Tolmezzo. Danach bummelten wir noch durch den beschaulichen Ort und natürlich gab es auch eine leckere italienische Pizza. Das ist ein Muss in Italien.
Weiter ging es in Richtung slowenische Grenze. Nach Undine veränderte sich langsam die Landschaft. Die ersten Plamen und Olivenbäume waren zu sehen und der Weinanbau trat in den Vordergrund.
Wir fuhren an der italienischen Küste entlang, weil es hier irgendwie überall schön ist und so verzettelten wir uns etwas mit der Zeit in Italien. So wählten wir durch Slowenien doch die kürzeste Strecke, die Autobahn. An der Grenze nach Slowenien durften wir tatsächlich einmal unsere Personalausweise vorzeigen. Die erste besetzte Grenze. Aber auch hier keine GGG Regeln.
Die Kroatische Grenze war schnell erreicht. Nun hatten wir uns so gut vorbereitet, mit dem Einreiseformular ect., kein Grenzer weit und breit. Also auch hier ohne Probleme und Stau Kroatien passiert. Geplant war eigentlich die Route an der Küste, aber wir wollten unser Ziel heute noch erreichen und so ging es gleich auf die Autobahn nach Prementura. So ließen wir alle anderen Orte wie Novigrad, Porec, Rovinj und Pula wortwörtlich links bzw. rechts liegen. So viele Punkte in der Route, aber irgendwie reicht die Zeit immer nicht aus. Dafür gibt es vielleicht eine nächste Tour und besser man hat als man hätte.
Am ersten großen Campingplatz angekommen, wurde uns ein Plan vom Campingplatz in die Hände gedrückt und wir sollten uns einen Stellplatz in mehreren markierten Bereichen suchen und anschließend an der Rezeption bekannt geben. Wir hatten so gar keinen Plan, wo und welche Nummern. Als wir einen Platz ausfindig gemacht hatten, fragten wir einfach ein paar alteingesessene Camper. Wir stellten uns als Neulinge vor und sofort hatte man das Gefühl in der Campergemeinschaft aufgenommen worden zu sein. Ausführlich wurde uns alles ganz genau erklärt und wir hatten ein sehr schönes Plätzchen für die nächsten 2 Tage gefunden.
Am nächsten Morgen gab es gleich zum munter werden ein Bad im Meer. Einfach herrlich. Sonne und Sommertemperaturen, was will man mehr. Für den heutigen Tag war eine Fahrradtour zur Safari Bar geplant. Sollte das doch ein absolut sehenswerter Ort sein. Eigentlich hatten wir uns über Komoot eine längere Fahrradrunde, immer an der Küste entlang, herausgesucht. Nachdem wir etwa 5 km zurück gelegt hatten, entschieden wir uns doch für einen ausgebauten Weg. Der Schwierigkeitsgrad für diese Tour waren offensichtlich nicht die Höhenmeter, sondern die Beschaffenheit der Wege. Den neu gewählten Weg nutzten allerdings auch Autokolonnen. Alle in Richtung Inselspitze. Das hatten wir uns etwas anders vorgestellt. Es ist doch ein Naturschutzgebiet und dann so viele Autos. Irgendwie passt das nicht zusammen. Nachdem wir viel Staub verkonsumiert hatten erreichten wir die Safari Bar. Wir entschlossen uns erst einmal für ein Bad im Meer. Allerdings schlummert unser Fahrradschloss in Deutschland. So mussten die Fahrräder mit über die Felsen bis ans Meer. Von dort hatten wir einen schönen Blick auf die Bar, aber dann, oh nein, Geld vergessen einzustecken. Nun ja, wieder einmal gespart. Als der Zustrom von immer mehr Touristen zunahm machten wir uns auf den Rückweg. Wir beschlossen uns erst einmal ein Fahrradschloss zu organisieren. In Prementura überließ uns der Inhaber eines Rent a Bike freundlicher Weise sein eigenes für glatte 150,00 Kuna. Anschließend gab es noch ein leckeres Eis und einfach nur die Seele am Strand baumeln lassen.
Tag 4. Heute ging es weiter auf die Insel Cres. Über das Ziel waren wir uns noch nicht so ganz schlüssig. Einmal stand Osor, dieser Ort verbindet die Inseln Cres und Losinj, zur Auswahl und einmal Cres die Hauptstadt der Insel Cres. Wir hatten ja noch etwas Zeit bis zur Entscheidung. Erst einmal ging es zur Fähre nach Brestova, entlang dem Nebenarm Krapan des Flusses Rasa mit einer einzigartigen Farbe. Als hätte sie auf uns gewartet: kaum angekommen, konnten wir 15 min später schon auf die Fähre. Es muss ja auch einmal etwas klappen. Nach 25 min erreichten wir bereits die Insel Cres.
Die eine und einzige Straße, die nach Cres führte, war wieder einmal sehr abenteuerlich. Auf der Fahrt hin und her überlegt. Cres wollten wir uns ja auch sehr gerne anschauen und dann gab es ja da auch noch in der Nähe ein ganz besonderes Lokal, Konoba Bukaleta, welches auf der Wunschliste ganz oben stand. Kurzentschlossen blieben wir in Cres und es ging zum doch recht großen Campingplatz, Kovacine. Beim Check in wurde uns wieder einmal ein Plan in die Hände gedrückt, um uns einen Stellplatz zu suchen. Nur hier hatten wir fast 10 000 Schritte abzulaufen und wieder an der Rezeption hieß es, dieser Platz und auch der andere Platz sei gerade vergeben worden. Naja, alles in allem haben wir fast 1 Stunde gebraucht um unsere Betten abzustellen. Letztendlich ist daraus noch ein sehr schönes Plätzchen zwischen Olivenbäumen geworden.
An so einem Womi wirklich toll: In Minuten ist man am neuen Ort eingerichtet, der Kaffee ist fertig und, wenn man hat, auch der selbstgebackene Pflaumenkuchen serviert. Die Fahrräder am Start, den Einkauf erledigt und ab an den Strand. Dieser entschädigt für alle Schwierigkeiten einen passenden Stellplatz zu finden. Das Wasser wirklich atemberaubend. So klar und herrlich. Also einfach hinein in die Fluten und genießen.
5. Tag. Es gibt ein Restaurante nicht sehr weit von hier, welches in den höchsten Tönen gelobt wird. Hier gäbe es den besten Lammgulasch überhaupt. Die Familie Konoba Bukaleta serviert in dem kleinen Ort Loznati, mit ganzen 29 Einwohnern, seit 35 Jahren Lammspezialitäten. Natürlich stand dieses auch mit auf unserer Route und so ging es gegen Mittag auf die Fahrräder. 7,8 km ist ja nun keine Hürde, so dachten wir. Naja, es ging aber nur bergauf und so können 7,8 km doch schon einmal ziemlich lang werden. Endlich oben angekommen, kurz verschnauft und erst einmal klimatisiert. Zumindest eine von uns. Erst schauten wir uns in diesem kleinen Ort um. Von hier hatte man einen genialen Blick auf das Velebit-Gebirge. Wir betraten ein tolles rustikales Restaurante und bestellten beide Lammgulasch mit Gnocchi und natürlich einen landestypischen Wein dazu. Der Weg hier hoch hat sich gelohnt, es war wirklich sehr gut und der Weg nach unten bereitete richtig Freude. Die 7,8 km wieder runter vom Berg und das ohne zu treten war auch nicht zu verachten. Hier gab es zur Abkühlung dann sogar einmal Fahrtwind.
Auf dem Rückweg ging es noch durch den schönen Ort Cres und es gab wieder einmal noch ein leckeres Eis. Am Womi wieder angekommen, das Handtuch geschnappt und ab an den Strand.
Heute ging es auf das Festland zurück. Nach einem ausgiebigen Frühstück setzten wir unsere Fahrt zur Fähre nach Merag fort. Vorher war noch das Checkout fällig und das erste mal die WC Kassette vom Wohnmobil zu leeren. Also die Kassette leeren war nach weiteren Infos und Tipps von unserem Telefonjoker kein Problem, aber vor dem Checkout mussten wir allerdings erst einmal wieder die Finanzen in Kuna tauschen. Ich dachte, am besten sei der Bankautomat. Allerdings war ich etwas verärgert, weil beim Bankautomaten der Kurs so mies war, nur 6,8 statt 7,4 Kuna für einen Euro. Wir standen beim Checkout an und unser Gespräch bekam eine Camperin mit. Sie wies noch darauf hin auf keinen Fall den Punkt Umrechnung zu wählen, denn dann kassieren die Banken so richtig beim Geld tauschen. Natürlich hatte ich diesen Punkt gewählt. Bin doch deutsch und alles muss seine Ordnung haben. Nun ja, dies war Lehrgeld im doppeltem Sinne (leer), aber die Banken wollen ja auch leben.
Mit der Wartezeit für die Fährüberfahrt hatten wir diesmal nicht so viel Glück und mussten 45 min warten. Vielleicht lag es auch daran, dass die Ferien in Österreich zu Ende gingen. Wir setzten über nach Krk zur Anlegestelle in Valbiska. Auf Krk war auf dieser Tour kein Aufenthalt geplant, nur ein kurzer Halt auf einem Weingut. Soll doch der Wein auf Kroatien sehr gut sein. Das musste getestet werden.
Unser Weg führte uns zum Weingut Katunar Estate Winery. Schnell standen ein paar Kostproben bereit. Alles wirklich sehr gut für einen trockenen Weißwein. Zum Schluss wurde noch eine ganz besondere Kostprobe hervorgeholt, welche auch sehr lecker war und einen ganz eigenen Geschmack hatte. Als wir nach dem Preis der jeweiligen Weine fragten, haben wir wohl überhört, wie teuer der besondere Wein war. Erst als wir das Weingeschäft verließen, haben wir noch einmal kurz nachgerechnet und postwendend kehrt gemacht. 30,00 Euro für eine Flasche Wein, da bekommen wir ja Schluckbeschwerden. Diese Flasche wurde großzüger Weise zurückgenommen.
Weiter ging es zur Brücke von Krk hinüber zum Festland. Seit letztem Jahr muss für die Überfahrt keine Maut mehr gezahlt werden. Vielleicht haben sie die Kosten für den Bau jetzt eingefahren.
Geplant war, nach der Überfahrt eigentlich mal wieder unserem Hobby nachzugehen. Fleißig wurde im Vorfeld eine größere Rätselrunde gelöst und die Dosen sollte mit dem Fahrrad eingesammelt werden. Hin und her überlegt und zu der Feststellung gekommen: wieder einmal zuviel vorgenommen.
Also ging es an der Kvarner Bucht entlang in Richtung Zadar. Diese Küstenstraße ist jedem zu empfehlen, einfach herrlich. Immer wieder schöne Aussichten. Irgendwann mussten wir mal aufhören, ständig anzuhalten um die Aussicht zu genießen, sonst wären wir wahrscheinlich heute noch unterwegs. Der im Vorfeld ausgewählte Campingplatz direkt am Wasser, das Camp CTT, war leider gerammelte voll. Der nächste auch, aber beim 3. Anlauf hatten wir Glück. Nicht so wie wir es uns vorgestellt hatten, aber ein Platz. Heute waren wir auch ziemlich spät dran. Es war bereits 18:00 Uhr und irgendwie waren trotz Nachsaison immer noch viele Touristen unterwegs. Für eine Nacht war der Platz aber in Ordnung. Eingeparkt und erst einmal noch ein Bad im Meer genommen.
Am nächsten Tag ging erst zum Winnetou Plateau. Erstaunlicher Weise waren hier gar nicht so viele Touristen unterwegs. Es gab eine herrliche Aussicht auf den Zrmanja den filmerischen Rio Pecos. Er zählt zu den berümtesten Motiven der Karl May Filme. Hier befand sich das Pueblo, die Heimat von Winnetou. Hier wurden Winnetou und Old Shatterhand zu Blutsbrüdern.
Nach einer kleinen Wanderung ging es weiter zum Nationalpark Krka. Wir wählten unseren Weg über die Landstraße und fuhren durch idyllische Dörfer. Je näher wir dem Nationalpark kamen, um so grüner wurde die Landschaft. Pinienwälder traten in den Vordergrund und die Grillen wurden im lautstärker. Als Stellplatz wählten wir das Camp Krka Stay. Ein kleiner schöner überschaubarer Platz mit Pool. Was will man mehr. Von hier starteten wir mit den Fahrrädern zum Eingang der unteren Tour vom Nationalpark Krka. Dieser war keine 3 km entfernt. Am Eingang mussten wir die Geldbörse weiter öffnen als geplant. Die Preise wurden erhöht und baden darf man seit letztem Jahr auch nicht mehr. Egal, wir stellten die Räder ab und weiter ging es auf Schusters Rappen. Der Weg führte uns erst einmal bergab und dann über einen 3 km langen Blockbohlenweg durch den Park über kristallklare Wasserläufe. Fische waren unter uns zu sehen und eigentlich müsste man denen nur den Angelhaken vors Maul hängen. Die Geräuschkulisse von Vögeln und Insekten mit dem Urwald - Feeling um uns herum war einzigartig. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Zurück hatten wir die Wahl zwischen Bus, eingepfercht mit Maske und Viren oder 180 Höhenmeter bergauf. Wir haben natürlich den Weg in freier Natur gewählt.
Wieder oben angekommen ging es auf den Fahrrädern zurück zum Campingplatz und ab in den Pool. Am Abend hat der Chefkoch wieder sein Bestes gegeben. Was für ein Glück, dass er sich den Gasgrill ausgesucht hat.
Nach einem ausgiebigen Frühstück ging unsere Fahrt nach Trogir weiter. Vorher wurde noch ein großes Stück Käse bei den sehr netten Campingplatzbetreibern gekauft. Uns wurde versichert, dieser sei ohne Konservierungsstoffe. Geschmeckt hat er auf jeden Fall.
Eigentlich sollte es auf den Camping Rozac auf der Insel Ciovo gehen, aber dieser sollte wohl genau an einer Straße liegen und da wir 2 Tage hier verweilen wollten, wählten wir einen aus unserer Sicht besser liegenden Stellplatz, Seget Don. Von hier aus konnte man in kurzer Zeit mit dem Fahrrad Trogir erreichen, also perfekt. Als wir ankamen, war mir ziemlich schnell klar, dass wir wieder keinen Stellplatz am Wasser erwischen würden. Auch hier war es bereits wieder ziemlich voll belegt und wir waren froh, überhaupt noch einen einigermaßen angenehmen freien Platz zu finden. Dabei war es gerade 11:00 Uhr. Später erfuhren wir von unserem Campingnachbarn, dass sie versucht hatten auf der Insel Ciovo einen Stellplatz zu bekommen, es ihnen aber nicht gelungen ist, weil alles voll belegt war.
Nachmittags ging es mit den Rädern nach Trogir. Die Hafenstadt liegt in Dalmatien, dem Süden Kroatiens. Wir bummelten durch die Stadt, die einen besonderen Charme und ein besonderes Flair ausstrahlte. Das hat sie wohl den Römern zu verdanken. Die Römer trennten das alte Stadtzentrum durch einen Kanal vom Festland. Die Aufteilung dieser Stadt ist bemerkenswert, denn sie befindet sich teils auf dem Festland und teilweise auf der Insel Ciovo, welche durch eine bewegliche Brücke verbunden sind. In der Altstadt kann man sich von vielen kleinen Gassen und den romanisch – gotischen Monumenten in den Bann ziehen lassen. Von der Brücke zur Insel Ciovo hat man einen tollen Blick auf die Festung Kamerlengo. Sie war mit einem breiten Wassergraben und einer hölzernen Zugbrücke von der Stadt bis in die 1880er Jahre getrennt. An der herrlichen Uferpromenade ließen wir das Treiben dieser Stadt noch eine Weile auf uns wirken, ehe es zurück zum Womi ging.
Für den nächsten Tag beschlossen wir, die Insel Ciovo mit dem Fahrrad zu erkunden. Dazu hatten wir uns einmal wieder bei Komoot eine Route herausgesucht. Als wir uns 11:00 Uhr durch Trogir kämpften, waren „Himmel und Menschen“ unterwegs. Man hatte eher das Gefühl, sie würden sich durch die Gassen schieben. Wir freuten uns darüber am Tag zuvor dennoch das Glück gehabt zu haben, dass die Gassen von Trogir recht wenig besucht waren. Nachdem wir die Brücke nach Ciovo passierten, wurde es angenehm ruhig. Mit einem Schlag hatten wir das rege Treiben der Stadt hinter uns gelassen. Unser Weg führte uns durch die Inselmitte, und wie sollte es anders sein, erst einmal straff bergauf. Wer hatte nur die Idee, die Fahrräder ohne E mitzunehmen? Oben angekommen gab es eine herrliche Sicht auf Split. An dieser Stelle trennte sich dann allerdings unsere Route von der geplanten Komoot Tour. Wir fuhren den besseren Weg weiter bis Slatine, ein beschaulicher kleiner Ort. Der Strand war angenehm leer und lud erst einmal zu einem Bad ein. Unser Hobby führte uns danach zu einer wunderschönen Bucht, Garma. Diese hatten wir fast für uns alleine. Natürlich wurde auch hier eine Badepause eingelegt. Bevor es wieder zurück durch den Trubel von Trogir ging, genossen wir bei einer kleinen Stärkung in Arbanija die Ruhe auf der Insel Ciovo.
Eigentlich wollten wir uns auch Split anschauen, aber bei dem Aufkommen an Touristen und dem chaotischen Verkehr im Ort zogen wir es vor, etwas ruhiger Gelegenes zu suchen. So führte uns unser Weg zur Festung Klis 360 m oberhalb des gleichnamigen Ortes Klis.
Aufgrund seiner bewegten Geschichte und der strategischen Lage in der Vergangenheit trägt die Festung Klis den Spitznamen "Der Schlüssel Dalmatiens". Wegen ihrer strategischen Position zwischen zwei Bergen, Kozjak und Mosor, spielte die Festung eine wichtige Rolle bei der Verteidigung ganz Dalmatiens, besonders wenn es um Osmanen und ihre Invasionen ging.
Als wir gegen 9:00 Uhr die Festung aufsuchten, waren wir die ersten Gäste und hatten die Festung so ziemlich für uns alleine. Leider wurden gerade Restaurierungsarbeiten durchgeführt und wir konnten nicht alles besichtigen. Am Ende der Festung konnten wir aber endlich einmal ungestört Filmaufnahmen mit unserer kleinen Drohne machen. Damit konnten wir den phänomenalen Ausblick auf die Adriaküste, auf Split und das Umland sowie auf die Inseln Brač, Šolta, Hvar und Vis einfangen. Dann fühlten sich aber ein paar Schwalben gestört, vor deren Angriffslust wir unser Flugobjekt in Sicherheit bringen mussten und keine weiteren Aufnahmen machen konnten.
Weiter ging es zu unserem nächsten Stellplatz nach Primosten. Abgeleitet wird der Name des Ortes von den beiden Wörtern "preko mosta", was auf Deutsch " über die Brücke heißt. Früher war Primosten eine Insel, die mit einer Zugbrücke mit dem Festland verbunden war und der Kleinstadt auch hervorragenden Schutz vor Bedrohungen von außen bot. Aus der Zugbrücke wurde im Laufe der Jahrhunderte eine befestigte Brücke und irgendwann entstand ein Damm, der die kleine Inselstadt mit dem Festland verband. Dieser Ort wurde früher von Seeleuten wegen seiner geringen Niederschläge auch gerne als das trockene Kap bezeichnet.
Schon bei der Anfahrt gab es einen wunderbaren Blick auf die Perle der Adria. Für die nächsten 2 Tage hatten wir das Adriatic Auto Camp ausgewählt. Dieses war nur ein paar Minuten mit dem Fahrrad von Primosten entfernt. Kaum zu glauben. Hier gab es sogar einen Fahrradweg, was in Kroatien eher nicht üblich ist. Wir fanden einen schönen schattigen Stellplatz, aber natürlich wieder einmal nicht am Wasser. Diese Hoffnung hatte ich aber inzwischen auch aufgegeben. Wir richteten uns ein und dann hieß es, einfach nur faul am Meer liegen und die Ruhe genießen.
Am nächsten Tag ging es auf unseren Fahrrädern bis zum Tor der Altstadt von Primosten. Auch hier bummelten wir wieder durch die für Dalmatien charakteristischen kleinen und verwinkelten Gassen. Diese führten uns an alten Steinhäusern vorbei empor zur Pfarrkirche SV Juraj, welche den höchsten Punkt von Primosten bildet. Seitlich des Weges entdeckten wir liebevoll gestaltete Hinterhöfe und kleine gepflegte Gärten. Wir waren begeistert von dieser historischen und märchenhaften Altstadt. Von ihr ging eine angenehme Ruhe aus. Irgendwie war hier alles viel langsamer und entspannter als in den anderen Orten, die wie wir bisher kennengelernt hatten. Auf unserem Streifzug durch die Gassen suchten wir uns ein Lokal für den Abend aus. Eine Fischplatte musste unbedingt noch probiert werden.
Natürlich ging es auch hier noch an den wenig besuchten Strand. Als wir in der Sonne lagen, entdeckten wir durch Zufall auch eine Vermietung von Stand-Up-Paddle-Board`s. Hatten wir uns doch vorgenommen, uns auch einmal im Stand Up Paddle zu versuchen. Die meisten Touris hatten hier so ein Teil, nur wir nicht. Wobei die Mehrheit von ihnen auf Knien auf dem Board unterwegs sind. Nicht lange überlegt und los ging es. Eine Stunde sollte reichen, um das sportliche Geschick zu testen. Vorsichtshalber wählten wir das etwas breitere Board für Anfänger. Was soll ich sagen: super. Anfangs etwas wackelig, aber nicht ein Absturz. Zumindest bei einer Person von uns. Es hat auch Spaß gemacht. Vielleicht wäre das eine Überlegung wert, ein Stand-Up-Paddle-Bord in die Anschaffungsliste mit aufzunehmen.
Nach der köstlichen Fischplatte genossen wir unseren letzten Abend in diesem Urlaub am Meer.
Bevor es heute schon wieder ein ganzes Stück in Richtung Heimat gehen sollte, wollten wir noch ein paar Stunden die historische Altstadt von Šibenik erkunden. Diese ist neben Zadar eine der größten Metropolen im Norden der Region Dalmatien und lag nur 30 km entfernt. Wir waren recht schnell vor Ort. Allerdings, einen Parkplatz für ein Womi zu finden gestaltete sich etwas schwierig. Dies bescherte uns erst einmal eine Fahrt durch Šibenik. Wie in den anderen größeren Orten, etwas chaotisch. Eine Runde rum wurde der Suchkreis vergrößert und wie durch einen Zufall entdeckten wir eine geeignete Stelle. Diese sah nicht wirklich wie ein Parkplatz aus, aber es hatten sich schon mehrere Autos platziert. Nach einem15 minütigen Fußmarsch erreichten wir den Zugang zur mittelalterlichen Altstadt von Šibenik.
Die autofreie Altstadt ist auf einem Hügel empor erbaut und wird mit mehr als 2.800 Stufen die Stadt der Treppen genannt. Vom Hafen aus verzweigen sich schmale, verwinkelte Gassen und führen zu den meisten kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten. Die steinerne Kathedrale des Heiligen Jakob aus dem 15. Jahrhundert ist mit 71 gemeißelten Köpfen verziert und das Herzstück der historischen Altstadt.
Wir spazierten durch ein Labyrinth und waren fasziniert von den verwinkelten Steingässchen. Hier kann man schnell die Orientierung verlieren, aber irgendwie geht es ja immer wieder raus. Egal in welche Richtung man läuft. Allerdings wäre nachts ein Kompass oder ein GPS von Vorteil. Wir entdeckten viel Schönes in den engen Gassen der Altstadt und genossen es, die Ecken und Plätze der Stadt auf eigenen Faust zu erkunden. Šibenik ist auf jeden Fall einen weiteren Besuch wert um noch die Burgen und die 4 Festungen zu durchstreifen.
Wieder am Womi angekommen ging es weiter zu den Plivicer Seen.
Wir haben lange überlegt: fahren wir noch diesen Nationalpark an oder nicht? Waren doch die Wetteraussichten nicht so gut. Bei der Größe des Nationalparks sollte man sich ausreichend Zeit nehmen. Es gibt so viel zu sehen. Insgesamt 16 oberirdische Seen beherbergt der älteste und größte Nationalpark Kroatiens. Die Seen, die meist durch unterirdische Wasserläufe (Höhlen und Grotten) verbunden sind, unterteilt man in die "Oberen Seen" und die "Unteren Seen". Der Nationalpark erstreckt sich über eine Fläche von ca. 217 Hektar, 50 km Wanderwege und 90 Wasserfälle sowie unzählige Höhlen.
Wir befragten noch einmal das Wetterradar, welches bessere Aussichten als einen Tag zuvor versprach. Also ging es weiter in das Hinterland von Kroatien. Diesmal nutzten wir die Autobahn, um noch am frühen Abend das Ziel zu erreichen. Anvisiert hatten wir den Stellplatz Rustic Lodge, es standen aber nur wenige Plätze zur Verfügung.
Ab Siroka Kula ging es über Land. Je weiter wir in das Hinterland kamen, umso mehr veränderte sich die Landschaft. Wir lernten ein ganz anderes Kroatien als bisher kennen. Wälder mit einer üppigen Vegetation traten in den Vordergrund. Am Straßenrand waren immer mehr Stände mit dem Verkauf von Käse und Honig zu sehen. Wir nahmen bei dieser Gelegenheit auch gleich noch ein großen Stück Käse mit. Gegen 18:00 Uhr erreichten wir den Stellplatz, allerdings winkte uns der Betreiber gleich weiter. Was so viel heißt wie: Wir sind ausgebucht. Auch auf dem Camping Plitvice war nichts zu machen. Beim dritten Versuch, Bear Camp Plitvice, hatten wir Erfolg. Ein schöner Stellplatz, allerdings waren die sanitären Anlagen etwas seltsam aufgeteilt. Für eine Nacht ging es. Uns wurde mehrfach empfohlen, dass man den Nationalpark entweder ganz früh oder erst am späten Nachmittag besuchen sollte. Ab 9:00 Uhr werden dort wohl mehrere Busse mit Touristen abgeladen.
So starteten wir bereits 07:00 Uhr in Richtung Nationalpark. Es gibt 2 Eingänge. Für unsere gewählte Wanderung ging es zu Eingang eins. Vor Ort gab es direkt für Womi`s einen Parkplatz und für 100,00 Kuna durfte es dort den ganzen Tag verweilen. Beim Eintritt legten wir bereitwillig für 2 Personen gleich noch einmal 500,00 Kuna hin. Die Preise sind schon ordentlich. Um 07:30 Uhr waren wir zwei eine der ersten Besucher des Nationalparks.
Wir suchten uns eine mittlere Tour, die auch eine Fahrt mit dem Elektroboot beinhaltete, heraus. Die B-Route, welche uns an den unteren Seen entlangführte. Als erstes ging es zum größten Wasserfall mit 78 m. Entlang sehr gut befestigter Stege und Holzbrücken führte der Weg immer weiter hinein in den Park. Es ist ein Ort, der verzaubert, ein Ort, der sprachlos macht. Die Seen sind eingekeilt in steile Hänge aus Kalkgestein. An der Anlegestelle des Elektrobootes war es noch ganz leer und wir setzten über. Ab hier war es irgendwie nicht ganz klar, welchen Weg wir nehmen sollten. Auf einmal waren wir auf Weg - H, der uns noch zu den oberen Seen führte. Uns erwarteten tosende Wasserfälle, glasklares Wasser, große Seen eingebettet in einer zauberhaften Natur. Leider hielt sich die Sonne etwas zurück und wir konnten das markante leuchtende Türkis der Seen nicht im Foto einfangen. In dieser unberührten Natur soll es sogar noch Braunbären geben, gesichtet werden diese aber eher selten.
Am Ende erwischte uns noch ein heftiges Gewitter, aber wir erreichten gerade noch eine Elektrobahn, die uns zurück zum Eingang beförderte. Allerdings war das dann der Eingang 2 und irgendwie hatten wir die Orientierung etwas verloren. Nach unserem ca. 5 km langen Fußmarsch zu Eingang 1 waren wir dann fast wieder trocken. Ach so, eine andere Elektrobahn hätte uns aber auch zu diesem Eingang noch gefahren. Naja, ansonsten hatte es das Wetter aber noch ganz gut mit uns gemeint und wir haben viel vom Nationalpark sehen können, aber Weitem nicht alles. Hier lohnt es sich auf jeden Fall für Wanderungen durch den Park, ein bis zwei Tage einzuplanen. Für uns ging es nun weiter nach Slowenien. Nächste Station war Bled am Gletschersee.
Die Fahrt über Zagreb nach Bled zog sich ziemlich in die Länge. Auch das Passieren der Grenze dauerte länger. Gegen 18:00 Uhr erreichten wir unseren nächsten Stellplatz, Camping Bled. Diesmal waren wir schlauer und haben uns einen Tag vorher einen Platz reserviert. Bei der Einweisung hat alles super geklappt. So einen guten Service wie hier hatten wir noch auf keinen der größeren Campingplätze. Auch die Anlage selber war sehr gepflegt und sauber. Wir ließen den Abend bei einem leckeren Grillgericht gemütlich ausklingen und suchten noch für den nächsten Tag nach einer schönen Wanderung um den See. Hierbei ließen wir uns von unserem Hobby führen.
Der Bleder See mit der kleinen Insel, auf der märchenhaft die Kirche Maria Himmelfahrt steht, gilt als Wahrzeichen von Bled. Mit dem malerischen Gletschersee und der auf einem mächtigen Felsen über dem See thronenden Burg ist Bled eines der schönsten Alpenresorts Europas. Das am Rande des Nationalparks Triglav liegende touristische Juwel war sogar für die sieben neuen Weltwunder nominiert. Der See von Bled entstand im Laufe der Jahrtausende durch den Rückgang des Bohinjer Gletschers, der den Talkessel mit dem kristallklaren Gletscherwasser füllte. Auf diesem Weg stand ihm ein großer Felsen im Weg, den er so lange abschliff, dass nur noch die heutige Insel davon übrigblieb. Einige Quellen nähren den Bleder See mit frischem Quellwasser und manche Stellen haben ein Tiefe bis zu 30 m.
Eine Legende über die Entstehung des Bleder See besagt:
Dort, wo heute der Bleder See liegt, gab es einst kein Wasser, sondern ein grünes Tal, in dessen Mitte ein Hügel mit einem Felsen stand, um den des Nachts die Bergfeen tanzten. Die Hirten hüteten im Tal ihre Schafe, die das Grünland in der Umgebung des Feenfelsens abgrasten. Die Feen baten die Hirten ihre Tanzfläche einzuzäunen, damit dort noch weiches Gras bleibt. Doch die Hirten kamen diesem Wunsch nicht nach, weshalb sich die jüngste und schönste Fee eines Tages während des Tanzes das Bein brach. Die zornigen Feen lockten daraufhin von den Bergen die Quellen und Bäche herunter, und diese rauschten ins Tal und füllten es auf. Nur der Hügel mit dem Felsen blieb als Insel mitten im See erhalten, auf ihm konnten die Feen von nun an in Ruhe in den hellen Mondnächten tanzen. Obwohl die Feen schon lange aus unserer Gegend verschwunden sind, blieb uns der schöne Feen See mit der Insel unter den Bergen. Das ist heute der See von Bled.
Quelle: https://www.bled.si/de/sehenswertes-und-aktivitaten/sehenswurdigkeiten-/1/der-see-von-bled/
Nach einem ausgiebigen Frühstück packten wir unsere Rucksäcke und los ging unsere kleine Wanderung um den See. Zuerst ging es einmal auf 700 m Höhe. Belohnt wurden wir mit einer brillanten Aussicht auf den See und die Umgebung. Es gibt Motive, die möchte man immer zu und aus allen Perspektiven fotografieren. Dieser See gehörte dazu. Weiter ging es wieder etwas ins Tal zur Burg von Bled. Ursprünglich wurde diese Burg Veldes genannt. Sie erhebt sich auf einem 130 m hohen Felsen und ist laut schriftlichen Quellen aus dem Jahr 1011 die älteste Burg Sloweniens. Nach der Besichtigung führte uns unser Weg in den Ort hinein. Bei der Versorgung unseres leiblichen Wohles ließen wir das Treiben an und um den See auf uns wirken. Heute gaben sich offensichtlich viele Paare das Ja-Wort und ließen sich in der Kirche Maria Himmelfahrt auf der Insel trauen. Dazu setzten sie mit Gondeln über. Weiter ging es immer am See entlang bis zum Campingplatz. Kurz überlegten wir uns auch ein Ruderboot zu mieten, um uns auf der Insel umzusehen, lag doch dort auch ein Cache, aber den Preis für eine Stunde für ein ganz normales Ruderboot waren wir nicht bereit zu bezahlen. Angebot und Nachfrage regelt eben den Preis.
Wieder am Womi angekommen war es gerade erst einmal 15:00 Uhr. Kurzentschlossen ging es noch einmal auf die Fahrräder. Schließlich hatten wir noch nicht die berühmte Bleder Cremeschnitte probiert. So ging es noch einmal auf die andere Seite vom See. Dort hatten wir ein feines kleines Café am See entdeckt. Dort ließen wir uns nieder und verspeisten so ein leckeres Schnittchen, welches doch recht groß ausfiel. Natürlich dazu einen Kaffee und was soll ich sagen? Einfach lecker! An diesem Tag brauchten wir kein Abendbrot mehr. Zum Schluss ging es noch in die Bleder Information, lag doch hier ein feines Finale vom Bleder Adventure Lab.
Leider war unsere Reise nun fast zu Ende. Eine Station hatten wir noch auf unserer Rückreise. Auch hier hatten wir diesmal vorreserviert.
Heute ging es durch den Katschberg- und Krawankentunnel weiter in Richtung Heimat mit unserer letzten Station in Regensburg. Leider hatten wir einen Tag erwischt, an dem ein sehr reger Betrieb auf den Autobahnen war. Auch bei der Grenzüberfahrt und das Passieren der Tunnel ging es ziemlich schleppend. Dafür wurden wir mit einer wunderschönen Landschaft belohnt. Besonders die Berge in Österreich faszinieren uns immer wieder.
Gegen Abend erreichten wir unseren Stellplatz beim Landgasthof Geser. Wurde doch unter anderem auch das Essen hochgepriesen, so ging es auch gleich rein in die gute Stube. Und es war auch sehr lecker, so war klar, dass wir an unserem letzten Urlaubstag hier auch noch einmal einkehren würden. Nach dem guten Essen ging es mit den Fahrrädern noch ein schönes Stück an der Donau entlang.
Am nächsten Morgen ging es auf unseren Fahrrädern durch den Forstmühler Forst. Eine herrliche Gegend rund um die Walhalla. Wir hatten uns eine schöne Runde herausgesucht. Nachdem wir auf unserer Reise unser Hobby etwas vernachlässigt hatten, konnten wir uns hier so richtig austoben und viele Caches suchen. Der Owner dieses Trails wies im Listing auf eine kritische Stelle hin, die mit Fahrrädern nicht passierbar ist. Dort angekommen wussten wir was er meinte. Hier war es von großem Vorteil ohne E unterwegs zu sein. Unsere Fahrräder waren leicht und wir jonglierten sie am Felsen vorbei. Manche Steigungen hatten es ganz schön in sich, waren aber machbar.
Besonders interessant wurde es noch einmal durch das Wildgehege. Erst spazierte eine Wildsau vor uns auf dem Weg, dann noch eine und eine Rotte war vor uns auf der Flucht. Die Überraschung passiert, wenn man die angebrachten Schilder hinterher liest. Offensichtlich gibt es in Bayern mehrere diese Art von offenen Wildgehegen.
Nach ca. 45 km, einem wunderschönen Tag und vielen Eindrücken ging es wieder an der Walhalla und Donau entlang zurück zum Womi. Die Walhalla ist auch so ein Motiv, welches man aus jeder Perspektive fotografieren möchte.
Leider war nun unsere kleine Rundreise zu Ende und es ging nicht nur in Richtung Heimat, sondern endgültig nach Hause.
Das war also unsere erste Reise mit einem Wohnmobil nach Kroatien, deren Beginn anfangs etwas holprig war. Kroatien ist ein wahres Paradies für Camper und als Reiseziel absolut fantastisch! Dieses Land hat einfach alles, um dessen Besucher zu begeistern. Unsere Reise war ursprünglich bis Dubrovnik geplant, aber schnell war für uns klar, dass wir lieber an den Orten, die wir für unseren Besuch ausgewählt hatten, länger verweilen wollten.
Uns erwartete in Kroatien eine wunderbare Landschaft mit Meer und Bergen. Einsame und schroffe Schluchten, tiefe Flusstäler und eine wunderschöne, stark zerklüftete Küste mit traumhaften Stränden. Kroatien ist ein sehr abwechslungsreiches Land und gibt Einblick in eine alte Kultur mit vielen sehr beeindruckenden Orten.
Eigentlich hatten wir uns die Nachsaison ausgesucht, um den vielen Touristen in der Hochsaison zu entkommen. Die Rechnung ging in diesem Jahr leider nicht auf. Offensichtlich haben sehr viele dieses Jahr Kroatien als Reiseland gewählt. Das bestätigte uns eine junge Dame von der Rezeption eines Campingplatzes im Gespräch. Sonst leeren sich die Campingplätze bereits Mitte August.
Wir hatten eine Clubmitgliedschaft für ein Jahr bei ACSI abgeschlossen, was sich auf jeden Fall lohnt, wenn man in der Nachsaison unterwegs ist. So sind die Campingplätze um einiges preiswerter. Für die Auswahl unserer Stellplätze benutzten wir die App´s park4night, Stellplatz Radar und CampingCard ACSI.
Zurückblickend war unsere ursprüngliche Reise viel zu umfangreich geplant, wenn man nicht nur durch die Orte durchfahren möchte. Ein Ziel wäre auf jeden Fall noch einmal der Süden mit Dubrovnik, Stone, Hvar und Split und ein weiteres Istrien mit Umag, Novigrad, Porec, Rovinj und Pula. Natürlich hat Kroatien noch viel mehr zu bieten und wird für uns wohl immer ein Reiseziel bleiben.
Auch Slowenien bietet eine atemberaubende Landschaft. Wir haben in den zwei Tagen nur die Umgebung von Bled kennengelernt und waren begeistert von Landschaft und Leuten. Irgendwie bleiben am Ende immer zu wenig Urlaubstage….
Das größere Wohnmobil haben wir ganz gut verkraftet. Die Fährüberfahrten sind allerdings gleich um einiges teurer und so ein richtiges Wohnmobil ist weniger wendig. Nun müssen wir wohl noch einmal einen Kastenwagen testen, aber als nächstes geht es erst einmal nach Madeira, eine schon lange geplante Reise, welche wir wegen Corona bereits 2-mal stornieren mussten.
Gästebuch
Heike (Mittwoch, 08 September 2021 19:35)
Ja, ja, die Zeit ist immer und für alles zu knapp. Das kommt mir irgendwie bekannt vor :-)
Toll geschrieben und gut nachvollziehbar für "leider" Daheimgebliebene.
Noch viele schöne sonnige Tage euch.
Steffen und Heike (Dienstag, 14 September 2021 21:54)
Ihr kommt ja gut voran und habt vor allem tolles Wetter, genauso wie bei uns. Gerade weil der Wein so teuer ist, solltet ihr ihn euch bis zum Ende eurer Reise einteilen. Die Landschaft ist wirklich wunderschön, habt noch viele schöne Tage in Kroatien.
Silvio und Katja (Sonntag, 05 September 2021 14:53)
Viel Spaß euch und grüßt mir Khaleesi und Jon Schnee.
Bianca & Oliver (Sonntag, 05 September 2021 10:28)
Wir wünschen ich eine wundervolle Zeit.
Geniest sie - auch in dem größeren Mobil � werdet bestimmt klar kommen - freuen uns auf Bilder und Berichte ��
Heike (Samstag, 04 September 2021 21:33)
Na dann gute Fahrt und schönen Urlaub, auch wenn's ne Nummer größer ist:-) Manchmal kommt es halt anders und oft wir es dann noch schöner.
Steffen und Heike (Sonntag, 29 August 2021 11:44)
Hallo ihr beiden,
wir wünschen euch viel Spaß und Freude auf eurer Reise in den Süden. Vor allem gutes Wetter und viel Glück bei der Dosensuche. Erholt euch gut und grüßt die Berge von uns.
Liebe Grüße aus Krostitz
P.S. Schicke Seite, fein gemacht!