Wir tauschen grauen Himmel gegen strahlendes Blau, Regen gegen Sonne und die dunklen Novembertage, an denen man kaum richtig wach wird. Oder anders gesagt: Wir reisen nach Teneriffa! Dort, wo sich der November anfühlt wie Sommer. Wo man in Badekleidung am Strand liegen kann, ohne zu frieren. Wo die Pflanzen sattgrün sind und die Blumen fröhlich blühen.
November ist genau der richtige Monat für uns, um uns auf die Kanaren zurückzuziehen. Dieses Jahr sogar mit Verlängerung auf drei Wochen – mehr Sonne und weniger kalte Füße! Unsere Unterkunft haben wir im Norden von Teneriffa ausgewählt, in einer kleinen, wunderschönen Appartementanlage mit Pool und Blick auf den majestätischen Teide. Zur besonderen Freude von Herrn Bartsch zog auchFred bei uns ein – ein kleiner Gecko, der offenbar beschlossen hat, Mitbewohner zu werden.
Auch in diesem Urlaub führten uns unsere Wanderungen wieder durch traumhafte Landschaften und an herrliche Aussichtspunkte. Auch durch das Gebiet, das vor zwei Jahren gebrannt hatte. Es ist wirklich beeindruckend, wie schnell sich die Natur hier erholt! Die schwarz verkohlte Baumrinde bildet einen starken Kontrast zu den frischen grünen Trieben, die sich ihren Weg nach oben bahnen.
Unser lang ersehntes Highlight sollte der höchste Gipfel des Teide werden. Mit Genehmigung im Gepäck waren wir pünktlich um 8 Uhr an der Seilbahnstation. Der Teide präsentierte sich schon bei unserer Anfahrt mit einem ungewöhnlichen, aber atemberaubenden Bild. Wie ein UFO kreiste eine geschlossene Wolke um den Gipfel. Die Folge: Alle Fahrten auf den Gipfel wurden für den Tag abgesagt. Eine neue Genehmigung war leider, in der Kürze, nicht mehr zu bekommen. Tja, Wettergötter – nächstes Mal bitte etwas kooperativer! Das war unser zweiter Versuch.
Das Wetter meinte es allgemein in diesem Jahr nicht ganz so gut mit uns. Manche Wanderungen in den Bergen mussten wir abbrechen, denn die Wasserläufe die uns beim Aufstieg entgegenkamen, wurden immer breiter und größer. Auch würden wir eine Unterkunft im Norden zu dieser Jahreszeit nicht wieder wählen.
Meistens suchten wir den Weg in den Süden der Insel, der uns auch zu einer Geisterstadt führte. Jene wurde zu Beginn des letzten Jahrhunderts für Leprakranke gebaut. Später wurde es zu einem kleinen Dorf ausgebaut. Kurioserweise wurden die Bewohner umgesiedelt um hier Straßenkämpfe auszuüben. Die Armee baute noch zusätzliche Häuser und eine Kirche, damit es wie ein echtes Dorf wirkte. Verrückt.
Ein weiteres Highlight war unsere Wanderung zu einem Staudamm aus den 60er-Jahren, der nie in Betrieb genommen wurde – wegen Rissen in der Mauer konnte kein Wasser gespeichert werden. Gruselalarm kam auf, als wir uns durch verzweigte Gänge und dunkle Kammern des Staudammes kämpften – fast wie Katakomben! Am Ende hatten wir die finalen Koordinaten einiger Mysterys parat.
Wegen ein paar gesundheitlicher Wehwehchen mussten wir die Wanderungen etwas kürzer halten und nutzten die Zeit für ausgiebige Erkundungen von Puerto de la Cruz und Santa Cruz de Tenerife. Auch den Strand Playa Las Teresitas besuchten wir mehrfach. Allerdings hatte das Wetter offensichtlich etwas dagegen, wenn wir es uns auf einer Liege bequem machten. Es gab keine Chance auf einen Sonnenbrand. Irgendwie endete es immer wieder mit Wolkenschauer.
Wie immer vergingen die 14 Tage wie im Flug. In dieser Zeit legten wir rund 1.200 Kilometer mit dem Auto zurück – immer auf der Suche nach Sonne und besserem Wetter. Das Schönste an unserem diesjährigen Trip auf die Kanaren: Er war damit noch nicht vorbei. Nach neun Jahren ging es für uns weiter auf die Insel La Palma.