La Palma

La Palma – nach 9 Jahren wieder auf der schönsten Insel der Kanaren. Wenig Tourismus, saftiges Grün, viele Regenbögen und wie wir finden, die sauberste und gepflegteste Insel der Inselgruppe. Auch haben wir die Unterschiede der Wetterlage von Nord zu Süd auf keiner anderen Insel so unterschiedlich wie hier erlebt. Der "Wolkenwasserfall" (Cascada de Nubes) auf La Palma ist immer wieder ein beeindruckendes Naturschauspiel an der Cumbre Nueva. Passatwinde drücken Wolken von Osten über den Gebirgszug, die auf der Westseite hinabfließen und sich in der warmen Luft auflösen.

 

 Im Süden hingegen lacht die Sonne vom Himmel – unser Hotel Melia in Puerto Naos lag direkt im „Immer-Sonnen-Spot“. Egal wie das Wetter woanders war, bei uns gab’s nur Sonnenschein.  Am ersten Tag lagen wir faul auf der Sonnenliege am Pool. Nur Frau zappelten die Beine und sie ging auf Erkundung in den angrenzenden Ort Puerte Naos.

Die Tour zum Vulkan Tajogaite durfte man nur in einer geführten Gruppe machen. Wir haben online (GetYourGuide) gebucht, aber ehrlich gesagt lohnt es sich, direkt vor Ort zu buchen: Günstiger und verlässlicher! Mit dem Bus ging’s nach Llano del Jable, von dort wanderten wir durch Asche und Lapilli – ja, das sind diese kleinen Vulkansteinchen, die gern mal in den Schuhen kitzeln. Die Temperatur fiel um satte 18 Grad, da hieß es: Schicht für Schicht, bis der Zwiebel-Look perfekt war.

 

Entlang der Strecke entdeckten wir Messgeräte, mit denen Wissenschaftler noch immer den Vulkan beobachten. Unglaublich, wie schnell die Natur sich zurückerobert: Feigen- und Kastanienbäume sprießen schon wieder, und die kanarische Kiefer hat wieder einmal mehr den Kampf gegen die Katastrophen gewonnen. Unsere Wanderung endete in Las Manchas – dem Ort, der 2021 am stärksten vom Ausbruch betroffen war.

Natürlich führte uns unser Urlaub noch einmal hinauf auf den höchsten Berg von La Palma, den Roque de los Muchachos. Mit dem Auto schlängelten wir uns vom Norden aus hinauf und fuhren anschließend auf der südlichen Seite wieder hinunter. Die Strecke war so kurvig, dass sogar dem Fahrer übel wurde – aber der Ausblick vom Aussichtspunkt Mirador del Roque de los Muchachos machte all das mehr als wett.

 

Dieser Ort zählt zu den besten weltweit für Sternbeobachtungen und beeindruckte uns mit einem atemberaubenden Panorama. Unser Blick schweifte über die beeindruckende Landschaft der Caldera de Taburiente, eines riesigen Vulkankessels von 1.500 Metern Tiefe, der von dichten Wäldern und bizarren Felsformationen bedeckt ist. Es hatte fast etwas Vertrautes, denn wir hatten das Gefühl, dass die zahmen Krähen, die wir vor neun Jahren gesehen hatten, immer noch hier wohnten. So zutrauliche Krähen haben wir sonst nirgends erlebt.

Ein weiteres Highlight: die Salinas y Faro de Fuencaliente. Eine einmalige Kombination aus karger Vulkanlandschaft, traditioneller Salzgewinnung und Naturschutz – hier entsteht Meersalz ganz ohne Chemie, nur mit Sonne, Wind und Meer. Ein bisschen surreal, ein bisschen magisch und auf jeden Fall beeindruckend.

Am letzten Tag unseres Aufenthalts fuhren wir nach Tazacorte. Dort unternahmen wir eine kleine knackige Wanderung von 2,5 Kilometern mit 310 Höhenmetern zum Mirador de La Punta. Natürlich durfte ein suchender Cache, der unbedingt signiert werden wollte, nicht fehlen.

 

Von diesem Aussichtspunkt eröffnete sich ein spektakulärer Blick auf die Wolken, die die Caldera hinabzogen, sowie auf den Hafen von Tazacorte und das Aridanetal – sicherlich einer der schönsten Aussichtspunkte auf La Palma.

Schließlich hieß es Abschied nehmen von La Palma und zurück nach Deutschland, wo uns der Winter erwartete. Doch bevor wir gingen, feierten wir ein besonderes Ritual: Auf La Palma wird der Weihnachtsbaum erst am ersten Dezember-Wochenende angezündet – natürlich mit Musik und viel Glitzer. Ein stimmungsvoller Abschluss unserer wunderbaren Reise.

 

Fazit: La Palma ist und bleibt ein echtes Insel-Juwel – grün, wild, sauber und voller Überraschungen. 


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